
SENECA INTENSIV Studios
Georg Knorr Straße 4 | Haus 10
12681 Berlin
Eingang auf der Gebäuderückseite
1. Tag
Am ersten Tag dieses Seminars erkunden wir das Feld der Dramaturgie aus drei Perspektiven: Körper, Kommunikation und Publikum. Gemeinsam fragen wir, welche Körper wir in unseren jeweiligen Künsten in Szene setzen möchten, welche Körperbilder uns prägen, was wir über sie wissen – und wie wir sie bewusst gestalten können. Wir untersuchen, wie für uns ein „Theatermoment“ entsteht: Wer erlebt was, wo und wie? Welche Erwartungen bringen wir selbst mit, und welche möchten wir beim Publikum wecken?
Und schließlich: Wer ist dieses Publikum eigentlich? Wo finden wir es, wie sprechen wir es an, wie laden wir es ein? Im gemeinsamen Austausch und durch praktische Impulse nähern wir uns der Frage, wie sich Dramaturgie als lebendiger Prozess verstehen lässt – als Begegnung zwischen uns und denjenigen, die unsere Arbeit erleben.
2. Tag
Der zweite widmet sich der Darstellenden Kunst im Spannungsfeld zwischen Gesellschaft und Politik. Künstlerische Praxis entsteht nicht im luftleeren Raum. Sie bewegt sich innerhalb gesellschaftlicher, politischer und institutioneller Rahmenbedingungen, die Handlungsspielräume eröffnen, aber auch Grenzen setzen. Das Seminar lädt dazu ein, die eigene Praxis im Verhältnis zu Gesellschaft, Politik und Kulturinstitutionen zu reflektieren und eine eigene Haltung zu entwickeln.
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Rahmenbedingungen des Kunstschaffens in Deutschland zu entwickeln und die eigenen Rechte ebenso wie die Verantwortung von Künstler:innen innerhalb eines demokratischen Gesellschaftssystems einschätzen zu können. Anhand von Beispielen aus Geschichte und Gegenwart werden Herausforderungen künstlerischer Praxis diskutiert und das gesellschaftliche Potenzial von Kunst herausgearbeitet.
Das Seminar vermittelt dabei keine politische Position, sondern dramaturgisches Fachwissen und Orientierung, um künstlerische Arbeit selbstbestimmter und strategischer im gesellschaftlichen Kontext zu gestalten.
Maren Witte lebt und arbeitet in Berlin als freie Dramaturgin und systemische Supervisorin. 2009 gründete sie das Vermittlungsformat TANZSCOUT Berlin. Seit 2015 ist sie Professorin für Kontext und Theorie der performativen Künste an der Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg.